Am 28. April 2010 nahm der Planungsausschuss das „Verkehrsgutachten zum Radverkehr des Büros für Verkehrs- und Stadtplanung Rödel und Pachan“ zur Kenntnis und beauftragte die Verwaltung, für die vorgeschlagenen Maßnahmen sukzessive entsprechend der Prioritätenliste erforderliche Planungen zu erstellen, sowie die entsprechenden Kosten zu ermitteln. Anschließend sollten in den zuständigen Fachausschüssen notwendige Beschlüsse zur Umsetzung der Maßnahmen herbeigeführt werden. Das Gutachten geht auf einen Antrag der Grünen aus dem Jahr 2004 zurück.

Grund genug für die Grünen, im Rahmen einer großen Anfrage an den PVA eine Bilanz zu ziehen und auf den Ausbau des Radwegenetztes in den letzten zehn Jahren zu schauen.

Nina Lennhof, Bürgermeisterkandidatin der Grünen erklärt dazu:

„Die Bilanz aus Grüner Sicht ist ernüchternd. Der Radverkehr in Kaarst hatte bisher für die politisch-gestalterische Mehrheit nie eine hohe Priorität. Die Stadt- und Verkehrsplanung war immer am Auto orientiert. Erst hat es über fünf Jahre gedauert, bis notwendige Maßnahmen zur Verbesserung des Radwegesystems in Kaarst überhaupt in einem Gutachten zusammengefasst wurden, heute – zehn Jahre später – ist die Umsetzung im besten Falle schleppend.

Die Ortsdurchfahrten in Vorst sollten mit Schutzstreifen versehen werden. Die Situation für Radfahrer hat sich bis heute – bspw. auf der Antoniusstraße – immer noch nicht wesentlich gebessert.

Auch die Öffnung der Einbahnstraße Eduard-Klüber-Straße wurde schon 2010 als Maßnahme der Priorität 1 eingestuft. Passiert ist bis heute nichts, die CDU vertagt die Entscheidungen in schöner Regelmäßigkeit.

Wir sind gespannt, in welchem Umfang die Dinge aus dem 36-Punkte-Katalog umgesetzt worden sind. Wirklich erkennbar ist nämlich nur erschreckend wenig, aber wir lassen uns gerne überraschen. Die weitere Ausarbeitung des Wunschliniennetzes wurde, falls sie fortgeführt wurde, zumindest nicht mit der Politik und der Öffentlichkeit geteilt.“

Aber auch weitere Maßnahmen in der Priorität 2 drängen seit über 10 Jahren und wurden durch die Verwaltung nicht angegangen, bspw. die Verbesserung der Verkehrssicherheit auf der Alten Heerstraße in Höhe der Grundschule. Eine ausführliche Beantwortung der großen Anfrage wird sicherlich eine Einordnung der Zulänglichkeit der bisherigen Vorgehensweise erleichtern.