In diesem Sommer hat der Stadtrat beschlossen, dass Kaarst bis 2045 klimaneutral sein soll. Bis 2030 sollen die Emissionen gegenüber 1990 um 65 Prozent reduziert werden. Damit wurden die verschärften Ziele des Bundes nach dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts übernommen. Dieses hatte gerügt, dass die Politik die Lasten des Klimaschutzes auf die Zeit nach 2030 verschiebt, und damit die Freiheit der heute jungen Generation gefährdet.

In einer Stellungnahme hat nun die Klimainitiative „Kaarster for Future“ Bilanz gezogen. „Ziele allein reichen nicht. Die Bürgermeisterin und die Mehrheit im Stadtrat haben keinen Plan, wie sie die eigenen Klimaziele erreichen wollen. Seit der Verabschiedung der Klimaanalyse im Sommer 2019 ist nicht viel passiert, was die Klimabilanz der Stadt verbessern konnte. Auch das zu Ende gehende Jahr ist ein verlorenes Jahr für den Klimaschutz. Es gibt bisher keinen Plan, wie der Autoverkehr, der mit 42 % den höchsten Anteil am Emissionsgeschehen in Kaarst hat, reduziert werden soll. Das Projekt zur Beratung von Immobilienbesitzer zur Energetischen Sanierung tritt auf der Stelle. Für die Sanierung der städtischen Immobilien, die sich in einem extrem schlechten energetischen Zustand befinden, gibt es bisher auch kein Konzept. Flyer und PR-Aktionen ersetzen wirkliche Klimapolitik in Kaarst. Auch ein Klimaanpassungskonzept liegt immer noch nicht vor.“ Bisher werde die Verantwortung auf die Bürgerinnen und Bürger abgeschoben.

Die Klimainitiative hat zudem den vom Rat beschlossenen Haushalt für das nächste Jahr analysiert und kommt zu dem Ergebnis, dass auch im nächsten Jahr keine Akzente zu erwarten sind, um die Klimaziele zu erreichen. „Wir haben nur noch 8 Jahre Zeit, um das Klimaziel von 2030 zu erreichen und die Lasten nicht einseitig der jungen Generation zuzuschieben. Die Bürgermeisterin und die Mehrheit im Rat müssen endlich den verbalen Bekenntnissen zum Klimaschutz Taten folgen lassen. Wir werden diese Untätigkeit nicht durchgehen lassen. Im Frühjahr werden wir eigene Vorschläge präsentierten, wie Kaarst seine Klimaziele umsetzen kann, kündigt deren Sprecher Werner Kindsmüller an.