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Foto: Stadt Kaarst

In diesem Jahr feiert ein Kultur-Highlight der Stadt Kaarst Jubiläum: 30 Jahre Kultur mit Stern – 3k*. Wir haben mit Dieter Güsgen (Kultur, Medien, Netzwerke und Stadtmarketing) einen Rückblick und einen Ausblick gemacht.

Wil: Herr Güsgen – 30 Jahre Kabarett und Kleinkunst in Kaarst – warum wurde dieses Programm damals mit diesem Schwerpunkt gestartet?
DG: In den 80er Jahren gab es schon ein vielseitiges Kulturprogramm mit Konzerten, Ausstellungen. Damals gab es dann auch die ersten Startversuche mit Kabarettkünstlern. Diese ersten Angebote kamen beim Publikum gut an, so dass man im Jahre 1989 erstmalig von einem Kabarettprogramm der Stadt Kaarst sprechen konnte. Ein Jahr später wurde dann das erste Kabarett-Abo angeboten. Die Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf.

Wil: Wie kommt das Thema bis heute bei den Bürgern an?
DG: Das Kabarett&Kleinkunst-Programm ist heute das Flaggschiff unseres Kulturprogramms. Wir bieten jährlich rund 80 Shows an. Über 30.000 Besucher begrüßen wir jährlich im Albert-Einstein-Forum. Wir werden Ende des Jahres den 1.000.000sten Besucher im AEF begrüßen. Die Gäste sind durchweg begeistert und kommen gerne wieder zu uns. Das zeigt die hohe Zahl der Abo-Kunden.

Wil: Worauf legen die Programmverantwortlichen – das ist ja nach Uschi Spors derzeit Elmar Spinnen – bei der Auswahl der Künstler Wert?
DG: Wir bieten seit vielen Jahren eine gute Mischung aus Kabarett-, Comedy- und Musikprogramm an. Dabei können wir feststellen, dass die besten deutschen Künstler der Genres schon bei uns gastierten und gerne auch immer wieder zu uns kommen, weil sie sich hier wohlfühlen, so z.B. zuletzt Atze Schröder, Guido Cantz, Bernd Stelter, die Bläck Fööss oder im November Carolin Kebekus. Daneben versuchen wir natürlich auch immer wieder, junge Talente in unser Programm einzubauen. Dafür haben wir zusammen mit Knacki Deuser das Format Kurz&Knacki – die 3k*-Mixshow aufgebaut. Hier traten z.B. Im letzten Jahr noch Chris Tall und Faisal Kawusi auf, die inzwischen die großen Hallen füllen.

Wil: Warum hält die Stadt Kaarst es für wichtig, ein solches Angebot in Kaarst zu machen – man könnte ja auch nach Düsseldorf fahren?
DG: Wir haben uns über 30 Jahre das gute Image der „besten Kabarett&Comedy-Bühne“ der Region hart erarbeitet, die Menschen aus Düsseldorf und der Region kommen gerne zu uns nach Kaarst. Wir holen die Stars nach Kaarst. Warum sollten die Kaarster denn dafür nach Düsseldorf fahren? Darüber hinaus ist unser Kabarettprogramm sicherlich auch eine gute Werbung für den Erfolgsstandort Kaarst.

Wil: Es gibt ja nicht nur den Programmteil mit etablierten Künstlern, sondern auch den „Verein der Freunde und Förderer des Kaarster Kabarett- und Kleinkunstprogramms“ – worum geht es dabei und wie können die Bürger sich darin einbringen?
DG: Der Förderverein F3k ist für uns ein ganz wichtiger Partner. Der Verein leistet eine hervorragende Arbeit zur Unterstützung unserer Aktivitäten. Er versucht u.a., Jugendlichen und Schülern das Kabarettprogramm über das Projekt „Schüler treffen Künstler“ näher zu bringen, organisiert zusammen mit uns Sonderprojekte und stiftet in diesem Jahr erstmalig den Kaarster Kabarettpreis „Kaarster Stern“. Wir würden uns freuen, wenn noch mehr Kabarettfans dem Förderverein als Mitglied beitreten würden. Der Vereinsvorstand unter der Führung des Vorsitzenden Prof. Jochen Marzinkowski ist häufig bei den Shows vor Ort. Sprechen Sie ihn einfach an.

Wil: Es heißt ja immer: Kultur kostet – warum lohnt sich diese Investition?
DG: Wie trostlos wäre unser Leben ohne Kultur? Wie sagte der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker so zutreffend: „Kultur kostet Geld. Sie kostet Geld vor allem auch deshalb, weil der Zugang zu ihr nicht in erster Linie durch einen privat gefüllten Geldbeutel bestimmt sein darf.“ Er sagte weiter: „Kultur ist kein Luxus, den wir uns leisten oder streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere eigentliche Überlebensfähigkeit sichert“. Diese Sätze von ihm stammen aus dem Jahre 2000. Sie sind nach wie vor zutreffend. Daher arbeiten wir nicht gewinnorientiert, sondern versuchen, eine „schwarze Null“ zu erreichen, um auch den Menschen mit kleinem Geldbeutel den Zugang zu ermöglichen. Bei uns kostet z.B. das Ticket zum WahlAbo nur ab 13,20 Euro.

Wil: Gucken wir mal auf 2019: Können Sie ein bisschen etwas zum Programm verraten?
DG: Das nächste Jahr wird sehr spannend für uns aber auch für unsere Kunden. Unsere gute Stube AEF wird komplett saniert und wir ziehen daher für ein Jahr mit unserem Programm in die Aula des GeorgBüchner-Gymnasiums nach Kaarst-Vorst. Die Aula ist etwas kleiner als das AEF, aber nicht minder schön für Künstler und Gäste. Die Qualität unseres Programms wird unter dem temporären Umzug nicht leiden. Wir freuen darüber, dass die Künstler uns die Treue halten. Wir hoffen darauf, dass dies auch unsere Kunden tun. Das Programm 2019 wird Anfang November verkündet. Dann startet auch der Vorverkauf.

Kontakt: 3k* – Emilie Seifert, Tel.: 02131 / 987-383 oder Email an Emilie.Seifert@kaarst.de · www.kaarst.de