Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Kaarsts Bürgermeisterin Ursula Baum besuchten die Ausstellung „Aktion Licht – Sehen und gesehen werden“. Foto: A. Baum / Rhein-Kreis Neuss

In der Ausstellung „Aktion Licht – Sehen und gesehen werden“ erfuhren jetzt Sechstklässler der Städtischen Realschule Kaarst, wie wichtig Beleuchtung, Kleidung und Ausstattung beim Radfahren sind. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der die Ausstellung zusammen mit Kaarsts Bürgermeisterin Uschi Baum besuchte, betont: „Als fahrradfreundlicher Kreis führen wir diese Aktion bereits seit mehreren Jahren an Schulen im Rhein-Kreis Neuss durch. Hiermit wollen wir die jungen Radfahrer darauf aufmerksam machen, wie wichtig gute Beleuchtung am Fahrrad gerade in der dunklen Jahreszeit ist.“ Initiiert wurde die Aktion vom Rhein-Kreis Neuss, der Kreispolizeibehörde und dem Allgemeinen Deutsche Fahrrad Club (ADFC) in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Fußgänger- und Fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen (AGFS).

Bürgermeisterin Ursula Baum will die Schülerinnen und Schüler dazu ermutigen, den Schulweg mit dem Fahrrad zurückzulegen. „Besonders in den nächsten Monaten sind helle Kleidung und ein gutes Fahrradlicht notwendig, damit alle sicher ankommen“, sagt sie. Die Stadt Kaarst unterstützt die „Aktion Licht“ in diesem Jahr an drei Kaarster Schulen: Die Ausstellung ist außerdem im Dezember am Vorster Georg-Büchner-Gymnasium und im Januar an der Gesamtschule Kaarst-Büttgen zu sehen. Die Wanderausstellung der AGFS ist in diesem Herbst und Winter in rund 30 Mitgliedskommunen unterwegs.

Torsten Sokowic, Leiter der Realschule Kaarst, freut sich, dass seine Schüler von der Ausstellung profitieren. Er berichtet: „Bei uns an der Schule ist das Fahrrad neben den Bussen das wichtigste Verkehrsmittel der Schülerinnen und Schüler, um selbstständig in die Schule zu kommen. Zum Glück werden nur noch wenige von ihren Eltern mit dem Auto gebracht. Wir nehmen das Thema Sicherheit auf dem Schulweg sehr wichtig.“

An mehreren Stationen erfuhren die Kinder und Jugendlichen, wie sie besser zu sehen sind, wenn sie mit dem Fahrrad im Dunkeln unterwegs sind. Dazu diente in Kaarst unter anderem eine „Black Box“, in der eine abendliche Straßenszene nachgestellt war. Durch ein kleines Sichtfenster waren mehrere Radfahrer zu erkennen – die meisten von ihnen mit, ein paar aber auch ohne Licht. Ein weiteres Modul stellte eindrucksvoll die Wirkungsweise von reflektierenden Elementen dar. Außerdem konnten die Schüler praktisch Hand anlegen. Eine Station zeigte die vorgeschriebenen Bestandteile der Fahrradbeleuchtung auf, und ein Reparaturkursus bot Tipps und Tricks zur Selbsthilfe.

Landrat Petrauschke sagt mit Blick auf die Statistik: „Leider sind es nach wie vor die schwachen Verkehrsteilnehmer, die bei Unfällen ein besonderes Verletzungsrisiko tragen. Dabei hatten wir im vergangenen Jahr einen signifikanten Anstieg von verletzten oder getöteten Radfahrern.“ So gab es 2020 im Rhein-Kreis Neuss 552 Verkehrsunfälle mit Radfahrern, 2019 betrug diese Zahl 501. Sechs Radfahrer wurden getötet (2019: 3), 104 (2019: 111) Radfahrer wurden schwer und 442 (Vorjahr: 387) leicht verletzt. 66 Kinder (2019: 63) wurden im Kreis bei Verkehrsunfällen verletzt. Viele Gesichts- und Kopfverletzungen hätten durch das Tragen eines Fahrradhelmes verhindert werden können.