Noch immer greifen auch Kaarster Bürger bei der Neugestaltung ihrer Vorgärten zu Stein und Vlies, statt zur Staude und Muttererde. Das ist nicht nur schlecht fürs Stadtklima, es ist auch Gift für Bienen und andere nützliche Insekten. Die Stadt Kaarst klärt nun mit einem Flyer über die Vorzüge eines naturnahen Vorgartens auf. „Grün statt Grau“ steht auf der ersten Seite, der Flyer ist u.a. in den Rathäusern, aber auch in Kaarster Baumärkten und Gartenbetrieben zu finden. Neben Informationen gibt es auch einen echten Anreiz zur Umgestaltung: Die ersten 10 Zusendungen eines Vorher-Nachher-Vergleichs erhalten einen Zuschuss von 100 Euro.

Die Technische Beigeordnete Sigrid Burkhart macht deutlich, dass sich die Stadt vielfältig dem Klima- und Artenschutz verschrieben habe: „Natürlich bleibt die Gestaltung der Grundstücke Sache der Eigentümer. Aber wir wollen als Stadt nicht nur mit gutem Beispiel vorangehen, sondern diejenigen erreichen, die bisher noch keine Notwendigkeit für eine naturnahe Gestaltung ihres Grundstücks gesehen haben. Die dafür notwendigen Informationen haben wir komprimiert zusammengestellt und auch einen finanziellen Anreiz geschaffen.“

Was viele übrigens nicht wissen: Schottergärten machen auf lange Sicht sogar mehr Arbeit als die vermeintlich pflegeleichten Steingärten. Denn Unkraut, Algen, Flechten und Moose siedeln sich auch auf Steinen an. Kies und Schotter davon zu befreien, ist viel aufwendiger, als ein mit Stauden besetztes Beet zu säubern. Zudem ist der Einsatz von Herbiziden in Kaarst verboten. Weil der Boden von Steingärten stark verdichtet ist, kann im Schottergarten außerdem das Regenwasser schlecht versickern. Bei langanhaltendem Niederschlag oder Starkregen kann das zu Überflutungen führen. Im schlimmsten Fall dringt das Wasser ins Gemäuer ein.

Fyler der Stadt Kaarst