Seit diesem Frühjahr dürfen sich Natur und Mensch an zwei neuen Blühflächen im Umland des Kaarster Ortsteils Büttgen erfreuen. Wo im letzten Jahr noch Feldfrüchte geerntet wurden, sind nun artenreiche Blühflächen entstanden. Sie sind für viele Tiere und besonders für die selten gewordene Feldlerche ein geeigneter Lebensraum. Das Projekt zum Artenschutz entstand im Rahmen der Umsetzung des Gewerbegebiets „Kaarster Kreuz“ und in Kooperation zwischen der Stadt Kaarst und der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft.

Die Stiftung setzt seit dem Jahr 2003 kooperativen Naturschutz mit Landwirten unter dem Motto „Naturschutz durch Nutzung“ um. So kann sie mit der Realisierung von über 250 Projekten in den Regierungsbezirken Düsseldorf und Köln einen umfangreichen Erfahrungsschatz aufweisen. „Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit der Stiftung. So wird gewährleistet, dass die Maßnahmen nicht nur durchgeführt, sondern auch langfristig auf ihre Funktionalität des Natur- und Artenschutzes geprüft werden. Das ist uns als Stadt besonders wichtig“, sagt die Technische Beigeordnete Sigrid Burkhart.

Die als Frühlingsbote bekannte Feldlerche ist ein typischer Bewohner der offenen Kulturlandschaft. Aufgrund von Lebensraumverlust und schwindendem Nahrungsangebot ist der Bestand des Vogels des Jahres 2019 jedoch rückläufig. Um hier entgegenzuwirken, wurde in Büttgen im vergangenen Herbst auf 1,5 Hektar Ackerland eine Blühmischung, bestehend aus heimischen Wildkräutern und Gräsern eingesät. „Die Besonderheit der Mischung liegt darin, dass die ausgewählten Wildpflanzen besonders gut an die Standortbedingungen angepasst sind. Die Blühflächen liefern neben Nahrung auch optimale Versteck- und Nistmöglichkeiten für die Feldlerche und weitere Vögel, Kleintiere und Insekten. Somit kann sich eine vielfältige Lebensgemeinschaft entwickeln“, sagt Markus Reinders, stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft.

Bewirtschafter der Flächen ist Landwirt Michael Berrisch aus Kaarst. Das vorgestellte Maßnahmenkonzept für den Erhalt gefährdeter Tier- und Pflanzenarten ist extra so geplant, dass er es problemlos in seinen Produktionsablauf integrieren kann: „Wir Landwirte arbeiten täglich mit und in der Natur. Wir sind auf ihren Erhalt angewiesen. Gerne leiste ich meinen Beitrag die biologische Vielfalt zu schützen und zu fördern.“

So verzichtet Berrisch,“während der Projektlaufzeit von 30 Jahren beispielsweise auf den Einsatz von mineralischem Dünger oder Pflanzenschutzmitteln und pflegt die Flächen einmal jährlich durch Mulchen“, erläutert Jens Lübben, Projektleiter der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Stadt, Stiftung und Landwirtschaft wird das Motto der Stiftung „gemeinsam vielfältig engagiert“ auch in Büttgen erfolgreich umgesetzt.