Dass sein Königsjahr in der Geschichte der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Büttgen etwas ganz Neues mit sich bringen würde, das wusste Helmut Reicharz bereits kurz nach seinem erfolgreichen Vogelschuss im letzten Jahr: Erstmals würden im Ort Vater und Sohn als Schützenkönig und Jungschützenkönig gemeinsam regieren. Zuvor hatte nämlich Mike Reicharz die Königswürde des Schützennachwuchses errungen. Jedes Königsjahr mit seinen Besonderheiten und Höhepunkten schreibt seine eigene Geschichte. Ein unschönes Kapitel bekommt dieses nun allerdings diktiert: Aufgrund der Corona-Pandemie ist das Schützenfest Büttgen am letzten Juni-Wochenende abgesagt worden.

Seit Wiederaufnahme des aktiven Bruderschaftslebens nach dem Zweiten Weltkrieg haben die Büttger Schützen nie auf diesen Höhepunkt ihres Jahres verzichten müssen. Das weiterhin geltende Verbot von Großveranstaltungen sorgt jedoch unabdingbar für diese bedauerliche Situation. „Die Verantwortlichen des Gesamtvorstands, des Festausschusses, der Oberst, unsere amtierende Majestät, der Jungkönig und alle Minister haben gemeinsam die Entscheidung getroffen, unser Büttger Heimat-Volks- und Schützenfest 2020 ohne Ersatzveranstaltung abzusagen“, heißt es in einem offenen Brief an alle Schützen und Bürger, den die Bruderschaft kurz nach Bekanntwerden der Beschlüsse von Bund und Länder Mitte April über ihre verschiedenen Kanäle veröffentlichte.

Alle Majestäten – darunter auch Schülerprinz Tom Leitzke und Edelknabenkönig Paul Magino – haben sich bereit erklärt, bis ins nächste Jahr als Repräsentanten zur Verfügung zu stehen. Schließlich wünschen es ihnen auch alle Schützen, im Mittelpunkt eines unbeschwerten Schützenfestes zu stehen. Als Ausdruck der Solidarität in schwierigen Zeiten wehen bereits seit einigen Wochen die Fahnen der Bruderschaft an der Pampusschule, dem Stammhaus der Büttger Schützen. Auch an Privathäusern sind sie zu sehen, und es wäre sicherlich ein schönes Zeichen, wenn die Beflaggung zum eigentlichen Schützenfest-Wochenende vom 27. bis 30. Juni noch stark ausgebaut würde und viele Bürger ihre Häuser, wie auch sonst zu dieser Zeit, entsprechend schmücken.