Foto: Dieter Schütz / pixelio

Der  Friedhof  bleibt  ein Ort der Ruhe, der Trauer und der Erinnerung. Und doch: Das Bild des Friedhofs   verändert   sich   in  Deutschland.  Die  Menschen   wünschen   sich  eine individuellere   Art  des Totengedenkens – und die Konzepte für die Anlage von Friedhöfen passen  sich  an.  Auch  die  Steinmetze  und  Steinbildhauer  folgen  den Anliegen  der  Menschen:  Sie  gestalten  Grabmale  individuell  und persönlich. Dabei geht es nicht nur um die Schriftgestaltung – auch andere Symbole der Erinnerung an den geliebten Menschen können eingearbeitet werden. Der Austausch mit den Kunden und die Beratung zur Gestaltung ist Teil der Dienstleistung – darauf folgt die sorgfältige  handwerkliche  Ausarbeitung  und  das  Einsetzen  auf  dem Friedhof.

Die  Steinmetze  verzeichnen  wieder  eine  Änderung  im  Trend:  Die anonyme Bestattung wird weniger – die Grabmale als konkrete Orte der  Erinnerung  werden  wichtiger.  Sie  sind  räumliche  und  zugleich ideelle Plätze, um die Toten zu ehren und der eigenen Trauer tröstend zu begegnen.

Denn auch in unserer schnelllebigen Zeit ist der Aufenthalt am Grab für die Hinterbliebenen immer ein Moment, an dem sie innehalten: Die Grabstätte  ist  ein  Symbol  für  den  guten  Platz,  den  ein  Mensch  im Herzen seiner Angehörigen und Freunde dauerhaft einnimmt. Gleichzeitig  ist  es  der  letzte  Dienst,  den  die  verwitweten  Ehepartner, die  Kinder  oder  andere  Verwandte  einem  geliebten  Familienmitglied erweisen können. Mit dem liebevoll und individuell gestalteten Grab zeigen  die  Angehörigen,  dass  die  Verstorbenen  in  der  Gemeinschaft der Familie und im Freundeskreis als wichtige Erinnerung bleiben.

Ein Grabmal  ist  das  sichtbare  und  innige  Zeichen  für  die  Verbundenheit der Lebenden mit den Verstorbenen. Der traditionelle Friedhof hat eine helfende   und  heilende  Wirkung  im  Prozess  der Trauerarbeit.  Er  hilft  dabei,  die  Trauer  zu  verarbeiten und gleichzeitig die wertvolle Erinnerung an den Verstorbenen wach und lebendig  zu halten. Die Hinterbliebenen können die Grabpflege  –  wenn  sie  etwa weiter  entfernt  wohnen – als Auftrag an die örtliche   Friedhofsgärtnerei  vergeben, die sich pietätvoll um die Erinnerungspflege kümmert.


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