Eine Zusammenarbeit, die begeistert: Lebensmittelspenden für die "Kaarster Ersatz-Tafel" kauft man bei Nahkauf Frank Lange (Bild li.) und bei ReWe Röttcher, Stadtmitte.

Sich für schwache und hilfsbedürftige MitMenschen einsetzen – dies ist eines der Hauptziele des Vereins Kaarster helfen e.V.. Gerade in Zeiten, in denen das Corona-Virus das tägliche wie auch das öffentliche Leben in Kaarst einschränkt und Jeden von uns zur Neuorganisation des Alltagslebens zwingt, braucht es nachbarschaftliche Hilfe und Unterstützung. „Und da beginnt die Arbeit unserer ehrenamtlichen Mitglieder und vieler Helfer*Innen, die sich auf unsere Aufrufe hin gemeldet haben“, bestätigt Leo Erdtmann, Geschäftsführer des Vereins. „In schwierigen Zeiten beweist es sich einmal mehr: wir stehen DAS zusammen durch. Kaarst für Kaarster ist lebendig und Viele engagieren sich für Mitbürger*Innen in ihrer Heimatstadt. Die Welle der Hilfsbereitschaft hält unvermindert an und das ist großartig! Wir nutzen unser Netzwerk, um Vieles zu organisieren und in geordnete Bahnen zu lenken, wie auch schon in 2015, “ so Ursula Baum. 1. Vorsitzende des Vereins.

Eine der ersten Herausforderungen der Corona-Pandemie, die der Kaarster helfen e.V. gemeistert hat, war die Zusammenführung von Hilfesuchenden und Helfern. „Das war nicht ganz einfach“, erklärt Rena Wertheim, 2. Vorsitzende, „aber dank des Internets und unseren Erfahrungen aus früheren Jahren war die Übersicht zeitnah hergestellt und beide Gruppen konnten schnell koordiniert werden.“ Besonders Einkaufshilfen, sogenannte „Einkaufstandems“, die für Risikogruppen, wie etwa Senioren, Lebensmittel besorgen und kontaktlos an den Haustüren übergeben, mussten gefunden werden. Dank der Facebook-Gruppe Kaarster Corona- Nachbarschaftshilfe ließen sich unterschiedlichste Anfragen schnell und unkompliziert den ortsnahen Helfer*Innen zuordnen. „In den letzten Wochen haben wir sicher Alle viel dazugelernt in Sachen Hygiene, Abstände zueinander und einem kontaktlosen Umgang miteinander“, ergänzt Rena Wertheim weiter. Man kann es im Stadtgebiet deutlich beobachten:

die anfängliche Unwissenheit und der allzu sorglose Umgang miteinander wurden rasch abgelöst von Vorsicht und Rücksichtnahme aufeinander. Eine Entwicklung, die Mut macht und die in unserer Stadt sicher Leben gerettet hat. Im Großraum Kaarst wurden durch Freiwillige in kürzester Zeit 20.000 Corona-Informations-Broschüren verteilt, die der Verein mit Unterstützung von Sponsoren und der Vorster Werbeagentur GreyCells/ Chris Wehrmann entwickeln und drucken lassen konnte. „Unser effizientes Kaarster Netzwerk zeigte sehr schnell, wie hervorragend Vereine, Firmen, die Kirchen und viele, ehrenamtlich Engagierte in dieser Stadt zusammenarbeiten, wenn es darauf ankommt“, sagt Vereinsvorsitzende Ursula Baum.

Mit tatkräftiger Hilfe zweier Supermärkte, dem Ehepaar Herbert und Anneli Palmen (Vorsitzende des Sozialausschuss, beide Mitglieder des Vereins), der Stadtverwaltung und einiger Helfer*Innen wurde die ‚Kaarster Ersatz – Tafel‘ zeitnah eröffnet. „Dank zahlreicher Kaarster*Innen, die bei REWE Röttcher und Nahkauf Lange Lebensmittel spendeten, hat sich die Ausgabe der Ersatz-Tafel-Spenden durch Freiwillige in Kaarst hervorragend und schnell eingespielt“, bestätigt Rony Nono, Schatzmeister des Vereins, dankbar. Ein weiteres, großes Engagement zeigt der Verein auch bei der Beschaffung von für Community-Masken: er organisierte zu deren Herstellung kurzerhand Stoffe und Gummibänder. Eine Partnerschaft mit dem Kunstcafé Einblick war schnell beschlossen und Vereinsmitglied Konny Wilms suchte in seinen Reihen nach Helfer*Innen, die nähen konnten. Stefan Hügen spendete zahlreiche Nähutensilien und viele Näher*Innen meldeten sich zudem direkt beim Kaarster helfen e.V.. In Heimarbeit entstanden so innerhalb weniger Tage waschbare Community-Masken für Mund und Nase zur Weitergabe an Altersheime und Schulen – hier insbesondere für einige der zuerst startenden Schüler*Innen der Klassen 10 sowie für Abiturienten. Allein 350 Stück wurden durch den Neu-Kaarster Khaled Alkychen genäht , weitere 100 Masken von der 90 Jahre alten Kaarsterin Diana Jimeniz de Becker.

„Den vielen Freiwilligen und Spendern, die sich einbringen und am Kampf gegen Corona aktiv beteiligen sind wir außerordentlich dankbar“, betont Wolfgang Mielke, 2.Vorsitzender und selbst Teil der „Risikogruppe 60+“. Für ihn ist die Zusammenarbeit seines Vereins mit lokalen Firmen und der Stadt „auf kleinem Dienstweg“ ein wichtiger Baustein zum Erfolg im Kampf gegen Corona. Er lebt schon seit Jahren in der Stadt und ist überzeugt: „Wenn Alle mitziehen, es einfach ‚mal machen statt nur zu reden‘, dann erreicht man Vieles schneller. Und in Zeiten der Krise sind wir hier in Kaarst erst recht füreinander da.“ Bestes Beispiel für das ‚mal machen, statt reden‘ ist die Spende von Jupp Karis, Mitglied des Stadtrates und Manfred Schmidt, Vorsitzender des Seniorenbeirates: der Kaarster helfen e.V. konnte dank ihrer Spendenfreude eine große Menge Toilettenpapier der ‚Kaarster-Ersatz- Tafel‘ übergeben und so bedürftige Mitbürger beschenken. Neben Aufgaben zur Bewältigung der Corona-Auswirkungen im Stadtgebiet kümmert sich der Kaarster helfen e.V. – der sich rein aus Spenden finanziert – weiterhin auch um wirtschaftlich schwache Mitbürger*Innen.

Der Verein organisiert seit 2015 regelmäßig Umzüge für Obdachlose und Kaarster Neubürger, hilft bei Ämtergängen, bei Rechtsfragen sowie im Umgang mit behördlichen Formularen. Leo Erdtmann ist besonders dankbar für die unzähligen Arbeitsstunden seiner ehrenamtliche Mitstreiter: „All diese Hilfeleistungen werden erst durch unsere Mitglieder und Vereinsfreunde ermöglicht, die sich unermüdlich, nach Feierabend oder bei akuten Notfällen auch mal in den frühen Morgenstunden, für das Wohl der Menschen hier in Kaarst einsetzten.“ Seit fünf Jahren organisieren Vereinsangehörige gemeinsam mit neun Kaarster Unternehmen, den Kirchen wie auch der Stadtverwaltung die bekannte Weihnachts-Schuhkarton-Aktion. Im November wird gesammelt und im Dezember erfolgt die Ausgabe: jeder Sozialhilfeempfänger und Bedürftige der Stadt wird vor den Feiertagen mit einem weihnachtlichen Geschenk bedacht. Für viele Bürger*Innen ist es eine liebgewonnene Tradition, zum Fest auch an Andere zu denken und sich an der jährlichen Sammelaktion im November zu beteiligen. Kleines Paket – große Wirkung!

Weitere Informationen über die Arbeit des Vereins, dessen Geschichte und dessen Spendenkonto sind im Internet unter www.kaarster-helfen.de zu finden.