Für den kommenden Wirtschafts-, Finanz- und Digitalisierungsausschuss (WiFiDi) haben die Freien Demokraten zwei Anträge gestellt um die Digitalisierung im Rahmen der Haushaltskonsolidierung zu nutzen.

Bei der Modernisierung der veralteten Netzinfrastruktur der Verwaltung sollen  flexiblere Lösungen auf WLAN-Basis verstärkt berücksichtigt werden. Die FDP regt an, dass die bisher getrennten Netze für Sprache und Daten in einem Netz zusammengeführt werden (sog. IP-Konvergenz). 

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Dirk Salewski begründet den Antrag: “Der moderne Büroalltag stellt deutliche höhere Anforderungen an die Netzinfrastruktur als noch vor einigen Jahren. Die gegenwärtige Infrastruktur hinkt dieser Entwicklung deutlich hinterher. Wir sehen teilweise, dass Mitarbeiter gezwungen sind, sich aufgrund mangelnder Leistungsfähigkeit Endgeräte zu teilen. In Kombination mit dem langsamen Netz entstehen erhebliche Wartezeiten unter denen die Geschwindigkeit, mit der Aufgaben bearbeitet werden können, leidet. Dieser Zustand ist unhaltbar und das wollen wir ändern.” Die Erwägungen der Freien Demokraten gehen jedoch noch weiter. Nach Auffassung der FDP-Fraktion verhindert die gegenwärtige Infrastruktur auch moderne Arbeitskonzepte und flexible Raumnutzung und damit auch notwendigen Einsparungen 

“Headsets als IP-Telefone, wie es in der Privatwirtschaft vielfach bereits Standard ist, vereinfachtes Desk-Sharing und Homeoffice, effizientere Raumnutzung, weniger Kosten für Wartung und das Verlegen kabelgebundener Netzwerke – die Liste der Vorteile ist lang. Mit dieser moderneren Technik können wir sowohl die Mitarbeiter der Verwaltung entlasten als auch Kosten einsparen” erklärt Maya Sastges, IT-Expertin der Kaarster FDP. 

Salewski ergänzt: “Die Umsetzung wäre erstens ein wichtiger Schritt zur Digitalisierung der Verwaltung und legt einen Grundstein, um einerseits interne Prozesse zu optimieren und andererseits auch digitale Angebote für die Bürger auszubauen. Zweitens ist eine Strategie der IP-Konvergenz unter Berücksichtigung der Opportunitätskosten regelmäßig sogar günstiger. Wir treiben hiermit die Digitalisierung voran und sparen Geld um nachhaltig handlungsfähig zu bleiben – also zwei Fliegen mit einer Klappe.”, 

Neben der Modernisierung der Netze will die FDP auch den Einsatz von Robotic Process Automation (RPA) prüfen lassen. Durch diese Technologie strebt die FDP eine stärkere Automatisierung interner Prozesse an.

Salewski führt aus: “RPA bietet die Möglichkeit, die Verwaltungsmitarbeiter von internen Routinetätigkeiten weitgehend zu entlasten. Gerade angesichts der angespannten Personalsituation dürfen die von der Verwaltung vorgesehenen Prozessoptimierungen nicht zu unangemessener Arbeitsverdichtung führen. So bleibt mehr Freiraum für wichtigere Dienstleistungen direkt an und mit dem Bürgern.” 

Die Freien Demokraten führen weiter an, dass sich RPA-Projekte in der freien Wirtschaft nach durchschnittlich zwei Jahren amortisieren. “Nach dieser Zeit zahlt RPA auf das übergeordnete Ziel der Konsolidierung ein. Man muss den digitalen Kollegen dann nur noch regelmäßig abstauben”, so Salewski abschließend.