Die FDP-Fraktion hat in den nächsten Schulausschuss einen Antrag eingereicht, unentgeltlich Menstruationsprodukte auf den Toiletten der weiterführenden Schulen bereitzustellen. Dazu sollen im nächsten Jahr Spender angebracht werden.

FDP-Ratsmitglied Christoph Witthaut erklärt: “Periodenprodukte sind alltägliche Hygieneprodukte und sollten auch als solche betrachtet werden. Wir schlagen hier etwas vor, das in einigen Jahren völlige Selbstverständlichkeit sein wird. Man käme ja auch nicht auf die Idee, Handtücher oder Toilettenpapier selbst mitbringen zu lassen.”

Die Freien Demokraten haben jedoch nicht nur die Geschlechtergerechtigkeit im Blick. “Menstruation ist immer noch ein Tabuthema . Natürlich wird durch die Spender auch ein Zeichen gesetzt, dass die Menstruation völlig normal ist.”, so Witthaut weiter.

Abgesehen davon, dass jüngere Menstruierende regelmäßig von anfangs oft unregelmäßigen Monatsblutungen überrascht werden, helfen kostenlos und niedrigschwellig bereitgestellte Hygieneprodukte vor allem solchen Familien, für die diese sonst monatlich eine große finanzielle Belastung darstellen würden (sog. period poverty). Nicht immer haben junge Menstruierende außerdem ein familiäres Umfeld, in dem sie sich trauen, offen über ihre Periode zu sprechen und greifen notgedrungen auf weniger hygienische Alternativen zurück.

Jan Günther, schulpolitischer Sprecher der FDP im Rat, verdeutlicht: “Für uns ist schlichtweg nicht ersichtlich, wieso diese Produkte, die ca. 50% der Schüler:innen benötigen, nicht vorgehalten werden sollen. Ganze Länder wie Schottland oder Neuseeland machen es vor, und auch andere Städte wie Hamm gehen diesen Weg.  Es wäre ein kleiner, aber wichtiger Schritt für mehr Geschlechtergerechtigkeit Tampons und Binden auf den Toiletten zu haben. Denn da werden sie gebraucht und da gehören sie hin.”