Die Vorweihnachtszeit am Niederrhein ist vor allem eins – gemütlich und traditionell. Eine kulinarische Tradition ist dabei der Glühwein – der seine Wurzeln in der Antike hat: Schon die Römer tranken Würzwein, im Mittelalter schrieb man dem „hypocras“ medizinische Wirkung zu.

Heute gibt es Glühwein im Geschäft fertig zu kaufen, aber überzeugte Glühwein-Fans stellen ihn lieber in der heimischen Küche her. Die Grundlage ist ein guter, trockener Rotwein, den es in den Kaarster Geschäften und Hofläden gibt.

Die Gewürzmischung für den Glühwein besteht aus drei angedrückten Kardamom-Kapseln, zehn Gewürznelken, zwei Zimtstangen, ca. 70 gr. Zucker oder Honig und dem Saft einer ausgedrückten Bio-Orange.

Alles zusammen wird in einen Topf gegeben und mit 750 ml Rotwein übergossen. Die Flüssigkeit wird langsam erwärmt. Bildet sich an der Oberfläche ein leichter Schaum, hat man die ideale Temperatur. Dann noch eine Stunde bei geringer Hitze ziehen lassen. Den heißen Glühwein durch ein feines Sieb gießen und in Tassen abfüllen.

Kleine Gewürzkunde

Kardamom gehört zu den Ingwer-Gewächsen und stammt aus Süd-Indien, Sri Lanka, Irak und Thailand. Die Kapselfrüchte enthalten ein ätherisches Öl mit einem würzig, süßlich-scharfen Aroma. Es verfliegt schnell, daher sollte man Kardamom-Kapseln kaufen und erst bei der Zubereitung zerdrücken oder mahlen.

Gewürznelken-Bäume stammen von den Molukken bzw. aus Indien. Sie sind in Europa seit dem frühen Mittelalter bekannt. Die Niederlande hatten lange Zeit ein Handelsmonopol auf das Gewürz.

Zimt wird aus der getrockneten Rinde des Ceylon-Baumes gemahlen und ist eines der ältesten Gewürze. Es wurde angeblich schon 2000 v. Chr. verwendet. Die Ägypter verwendeten es bei der Einbalsamierung, als Räuchermittel und als Gewürz. Im mittelalterlichen Europa wurde es teuer gehandelt und galt als Luxus.