Aus Sicht von „Kaarster for Future“ war 2020 ein verlorenes Jahr für den Klimaschutz. Auf dem Weg, die Schadstoffemissionen bis 2030 um 55 Prozent zu reduzieren, sei die Stadt kaum vorangekommen, heißt es in einem Rückblick der Klimainitiative. „Vor allem vermissen wir Maßnahmen, um die Hauptursachen für die klimaschädliche Gase, den Autoverkehr und den Energieverbrauch von privaten Haushalten anzugehen,“ kritisiert der Sprecher Werner Kindsmüller.

Wenn das im Klimakonzept der Stadt vorgegebene Ziel, die Emissionen bis 2030 um 55 Prozent zu reduzieren, ernsthaft verfolgt werden soll, müsste im neuen Jahr eine Mobilitätswende in Kaarst eingeleitet werden. Statt den Autoverkehr in der Innenstadt durch Parkplätze noch attraktiver zu machen, müsste der Autoverkehr zugunsten von Radfahrern und Fußgängern reduziert und Parkplätze in der Innenstadt müssten gebührenpflichtig werden. Zudem müsse ein Beratungsangebot für Hausbesitzer angeboten werden, um ihnen Wege aufzuzeigen, um ihre Immobilie zu sanieren, so die Initiative.

„Der Sommer 2020 mit vermehrten Hitzetagen, Trockenheit und Starkregen hat gezeigt, dass Klimaschutz dringend notwendig ist, um noch schlimmere Entwicklung in Zukunft zu vermeiden,“ warnt Werner Kindsmüller. Allerdings seien auch im Haushaltsentwurf für 2021 keine Schwerpunkte für den Klimaschutz erkennbar. Deshalb müsse der neue Rat dringend klimapolitische Akzente setzen, so die Hoffnung von „Kaarster for Future“.