Die Vereinbarungen der 200 Staaten, die in der schottischen Stadt Glasgow zwei Wochen lang darüber verhandelt haben, mit welchen Maßnahmen die Weltgemeinschaft das 2015 in Paris vereinbarte Ziel der Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad erreichen kann, sind enttäuschend. Zu dieser Bewertung gelangt die Kaarster Klimainitiative „Kaarster for Future“ in einer Stellungnahme. „Zu wenig und zu langsam, um die Erderwärmung zu bremsen,“ lautet das Fazit.

Angesichts der existentiellen Bedrohung der Lebensgrundlagen der Menschheit sei ein „Weiter so“ unverantwortlich. In diesem Tempo erwarten Modellrechnungen eine Erderwärmung von 1,5 Grad bereits im Jahre 2030 und bis zum Ende des Jahrhunderts eine Erhöhung von 3-6 Grad. Auch in Deutschland werde eine solche Entwicklung mit der Zunahme der Zahl der Klimatoten und verheerenden Schäden einher gehen.

Die Initiative vermisst auch in Kaarst ernsthafte Bemühungen, das selbst gesetzte Ziel der Klimaneutralität 2045 zu erreichen. „Die Stadt hat keinen Plan, wie dieses Ziel erreicht werden kann,“ kritisiert der Sprecher der Klimainitiative Werner Kindsmüller. So seien seit der Verabschiedung des Klimakonzepts durch den Rat im Herbst 2019 keine Maßnahmen umgesetzt worden, die zu einer spürbaren Reduzierung klimaschädlicher Gase, vor allem im Bereich des Verkehrs führen. 42 Prozent der CO2-Emissionen in Kaarst verursache der Autoverkehr, aber alle Vorschläge den Autoverkehr zurückzudrängen, seien auf Ablehnung gestoßen. Das gelte für Vorschläge zur Stärkung des Radverkehrs oder die Einführung einer Parkraumbewirtschaftung, wie sie in den meisten Städten seit Jahren Praxis sei. „Wir werden aber weiterkämpfen, damit Kaarst endlich aus dem Dornröschenschlaf erwacht und die eigenen Klimaziele ernst nimmt,“ so Kindsmüller.