Auch die Kaarster können Kaarster Landwirte unterstützen: Die Landwirte der Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach haben ihre „Aktion Blühpatenschaft“ gestartet.

Die Bürger können sich bei landwirtschaftlichen Betrieben melden und einen Patenschaftsvertrag abschließen, damit die Landwirte eine Fläche als Blühwiese mit Pflanzen einsäen, die heimischen Insekten Nahrung und Schutz bieten. Der Landwirt kauft nach Vertragsabschluss das passende Saatgut, sät es Ende April/Anfang Mai aus und erhält die blühende Fläche bis Ende Oktober/Anfang November. Zu dieser Zeit finden auf der Blühfläche weder Pflanzenschutz- noch Düngemaßnahmen statt.

Die Paten werden nach der Einsaat über die Lage der von ihnen mitfinanzierten Fläche informiert und können sich vor Ort die Entwicklung der Pflanzen ansehen. Sie erhalten eine Patenschaftsurkunde und werden auf Wunsch auf einer Infotafel an der Fläche als Pate namentlich aufgeführt. „Die Blühflächen bilden nicht nur ein Paradies für Insekten, sondern auch Lebens- und Rückzugsraum für viele Feldvogelarten und das Niederwild. Wir hoffen daher, dass viele Bürger und Unternehmen unser Angebot nutzen und Patenschaften übernehmen. Bei Erfolg werden wir die Aktion gerne fortsetzen.“ sagt Wolfgang Wappenschmidt, Vorsitzender der Kreisbauernschaft.

Der Preis variiert etwas zwischen den Betrieben und in Abhängigkeit zur Größe der Patenschaftsfläche, liegt im Durchschnitt jedoch bei 0,50 € pro Quadratmeter Blühfläche. Beteiligungen sind in der Regel ab 50 m² möglich. Aktuell beteiligen sich im Kaarster Stadtgebiet der Obst- und Gemüsehof Wilms und Landwirt Stefan Schwengere (Vorst). Infos auf www.rlv.de/bluehpatenschaft-neuss-mg oder unter Tel.: 02181 / 3280.

INFO:

Schon in den Vorjahren haben Landwirte Blühwiesen auf ihren Feldern angelegt. „Allein im vergangenen Jahr waren es weit über 160 ha, eine Fläche von 230 Fußballfeldern, die Landwirte im Rhein-Kreis Neuss und Mönchengladbach angelegt haben. Wir werden das weiter tun, um unserem Teil der Verantwortung für den Insektenschutz gerecht zu werden“, so Wappenschmidt: „Die Ursachen des Insektensterbens sind vielfältig. Allein durch die fortschreitende Versiegelung der Landschaft in unseren eng besiedelten Raum wird der Lebensraum der Insekten ständig kleiner. Insektenschutz ist daher eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und wir möchten allen, die über keine geeigneten Flächen verfügen die Möglichkeit geben, sich aktiv zu beteiligen.“ Die Landwirte weisen darauf hin, dass es durchaus auch Schadinsekten gibt, die Gesundheit, Wälder und Nahrungsmittel gefährden, vor allem wenn sie massenhaft auftreten.