Er war Schützenkönig, hat sich mit Felix Bierholz am Wettbewerb für das Kaarst-Lied beteiligt, in der Flüchtlingshilfe engagiert, Wallfahrten organisiert… Konny Wilms ist ein engagierter Kaarster, der garnicht in den Vordergrund stehen möchte. Sehr wichtig ist ihm diese Aktion: Wenn am 06. Oktober das „Lumpenpack“ von St. Martinus mit über 70 Personen mit LKWs und Fahrzeugen durch die Straßen von Kaarst rollt, um Altwaren zu sammeln, dann schaut die Truppe um Konny Wilms und HermannJosef Hermes auf „60 Jahre Lumpenpack“ zurück.

1958 initiiert der damalige Volksschullehrer Peter Hermes die Aktion. Studienfreunde, die sich mit ihm in Steyl als Missionare hatten ausbilden lassen, baten ihn, der inzwischen Lehrer geworden war, um finanzielle Unterstützung für Projekte auf den Philippinen, in Afrika und Brasilien und später in Paraguay. Überall fehlten Schulen, Kindergärten, Entbindungsstationen, soziale Einrichtungen. Hermes hatte die Idee, über die Sammlung von Schrott, Lumpen und Papier an Geld zu kommen. Kaarster Landwirte und Speditionen wie Sturm und Hüsges stellten ihre Fahrzeuge zur Verfügung. Allein während seiner „Sammeljahre” von 1958 bis 1980 kamen 120.000,- DM zusammen. Die Kaarster wissen die Hilfsaktion für die Steyler Missionare in Paraguay sehr zu schätzen. Auf dem Kirmesplatz ist stets Treffpunkt, Abgabestelle und Umladeplatz für die gesammelten Güter wie Altkleider, Haushaltwaren und kleinere Möbelstücke. Eisen, Schrott und Metall nimmt der Kaarster Betrieb BSG noch am gleichen Tag an.

Konny Wilms ist der Chef auf dem Kirmesplatz. Er koordiniert Fahrten in die Ortsteile, teilt die Helfer auf die LKW der Firma Larbalette und Rothe ein und sorgt dafür, dass über 70 junge, ältere und alte Einsatzkräfte bei Laune gehalten werden. Väter bringen ihre Kinder zum Helfen mit, die älteren Helfer packen an, wo sie gebraucht werden. Alfred Gieske kümmert sich um das Aufhängen der Banner mit der Ankündigung des Termins. Allen Helfern steht beim Abschluss und Feierabendbier im Deutschen Haus im Alten Dorf die Freude ins Gesicht geschrieben, und einige Wochen später informieren die Steyler Missionare, wofür sie den Erlös in Ascuncion, der Hauptstadt Paraguays, eingesetzt haben. Am 6. Oktober heißt es: Altkleider, Eisen, Haushaltwaren und Papier – nur kein Sperrgut – all das sammeln wir.