Foto: Dieter Schütz / pixelio

Der Friedhof bleibt ein Ort der Ruhe, der Trauer und der Erinnerung. Und doch: Das Bild des Friedhofs verändert sich und mit ihm auch die Gräber. Schon die frühen Menschen haben ihre Toten in verschiedener Form gewürdigt. Die Bestattungskultur und auch die damalige Grabmalgestaltung (Sepulkralkultur) sind Quellen zu vergangenen Kulturen. Teilweise sind Gräber die besten und vielfältigsten Zeugnisse alter Kulturen. So wurden sie zum wichtigen Gegenstand der archäologischen Forschung. Der Beginn von Bestattungsbelegen findet sich schon in der Kulturschicht der Neandertaler. Zunächst diente ein Grab nur zur Lagerung der menschlichen Überreste.

Erinnerung an den geliebten Menschen

Heute wünschen sich die Menschen eine individuellere Art des Totengedenkens – und die Konzepte für die Anlage von Friedhöfen passen sich an. Auch die Steinmetze und Steinbildhauer folgen den Anliegen der Menschen: Sie gestalten Grabmale individuell und persönlich. Dabei geht es nicht nur um die Schriftgestaltung – auch andere Symbole der Erinnerung an den geliebten Menschen können eingearbeitet werden. Der Austausch mit den Kunden und die Beratung zur Gestaltung ist Teil der Dienstleistung – darauf folgt die sorgfältige handwerkliche Ausarbeitung und das Einsetzen auf dem Friedhof.

Heilende Wirkung im Prozess der Trauerarbeit

Die Steinmetze verzeichnen wieder eine Änderung im Trend: Die anonyme Bestattung wird weniger – die Grabmale als konkrete Orte der Erinnerung werden wichtiger. Denn auch in unserer schnelllebigen Zeit ist der Aufenthalt am Grab für die Hinterbliebenen immer ein Moment, an dem sie innehalten: Die Grabstätte ist ein Symbol für den guten Platz, den ein Mensch im Herzen seiner Angehörigen und Freunde dauerhaft einnimmt. Ein Grabmal ist das sichtbare und innige Zeichen für die Verbundenheit der Lebenden mit den Verstorbenen. Der traditionelle Friedhof hat eine helfende und heilende Wirkung im Prozess der Trauerarbeit. Er hilft dabei, die Trauer zu verarbeiten und gleichzeitig die wertvolle Erinnerung an den Verstorbenen wach und lebendig zu halten. Die Hinterbliebenen können die Grabpflege – wenn sie etwa weiter entfernt wohnen – als Auftrag an die örtliche Friedhofsgärtnerei vergeben, die sich pietätvoll um die Erinnerungspflege kümmert